Keine Klagen übers Alter(n)!
Cicero studierte in Rom, Athen und Rhodos Rechtswissenschaft, Rhetorik (= Kunst des Redens), Literatur und Philosophie. Seine ersten beruflichen Erfolge hatte er als Anwalt. Später war er auch als Schriftsteller und Philosoph erfolgreich, zudem galt er als einer der wichtigsten Redner seiner Zeit. Zu seinen bedeutendsten philosophischen Werken gehören: „Über das höchste Gut und Übel“, „Von der Natur der Götter“, „Von der Pflicht“ und andere. In seinen Schriften vertrat Cicero ein hohes Maß an menschlicher Toleranz. Cicero wurde im Jahr 74 vor Christus als Politiker in den römischen Senat gewählt, zehn Jahre später wurde er Konsul. Nach der Ermordung Cäsars trat Cicero erfolglos für die Erhaltung der Republik ein. Am 7. Dezember 43 vor Christus wurde er von seinen übermächtigen politischen Gegnern bei Gaeta ermordet (In welchem Land liegt dieser Ort?). Zu diesem Zeitpunkt befand sich Cicero auf der Flucht. Mit dem Leichnam verfuhren seine Gegner äußerst grauenvoll: man schlug dem Körper Ciceros Kopf und Hände ab und schleifte ihn durch die Straßen. Den Kopf und die Hände stellte man schließlich für jedermann sichtbar am Forum Romanum in Rom aus.
Noch Tausende Jahre nach seinem Tod, sind die Zitate und die Werke Ciceros lebendig. In ihnen äußert er sich auch über das Alter(n). Cicero weist darauf hin, dass vor allem diejenigen über das Alter klagen, die auch schon als jüngere Menschen unglücklich waren. Zudem erscheint es Cicero unsinnig, dass sich junge Menschen ein hohes Alter wünschen, welches sie dann beklagen, wenn sie es erreicht haben. Cicero plädiert insgesamt für ein aktives Alter. Er meint damit, dass ältere Menschen ihre Fähigkeiten (Weisheit, Erinnerung, Eifer, Fleiß) bewahren und nutzen sollten. Sie sollten sinnvoll ihre Zeit mit Kunst und Wissenschaft verbringen. Der große Vorteil der Alten läge darin, so Cicero, dass sie von den Begierden der Jugend nahezu frei seien. Kein sexueller Trieb, der sich dem Leben auf der Suche nach Sinn entgegenstellt. Selbst die Nähe des Alters zum Tode sieht Cicero als kein wirkliches Unglück. Denn: alles in der Natur ist nun einmal vergänglich, und der Tod ist kein Zustand, der Elend bringe. Man brauche ihn deshalb auch nicht zu fürchten.
Bildquelle: diggersrealm









